Scoring und Finishing sind zwei verschiedene Fähigkeiten – und viele Spieler beherrschen ersteres deutlich besser als letzteres. Wer 60 Punkte pro Aufnahme wirft, aber auf Restpunktzahlen unter 100 unsicher wird, verliert Spiele, die er technisch dominiert hat. Finishing zu üben bedeutet, den letzten Teil des Legs als eigenständige Disziplin zu betrachten.
Der Unterschied zwischen Scoring und Finishing
Scoring: Du maximierst Punkte, typischerweise auf Triple-20 (60 Punkte). Die Strategie ist einfach – so oft wie möglich Triple-20, bis du in den Finish-Bereich kommst.
Finishing: Du bist auf einem Restpunktwert, der ausgemacht werden kann (alles bis 170 beim Steel-Dart). Jetzt geht es nicht mehr um maximale Punkte, sondern um die richtige Checkout-Route.
Der Übergang passiert meist bei Restpunktzahlen unter 100 – aber kluge Spieler denken schon bei 140 oder 160 darüber nach, wie sie die Aufnahme vor dem Finish gestalten, um eine einfache Restpunktzahl zu erreichen.
Checkout-Routen verstehen
Eine Checkout-Route ist der optimale Weg, eine Restpunktzahl in einer oder zwei Aufnahmen zu beenden. Die wichtigsten Routen solltest du auswendig kennen:
40 (Standard-Finish): D20 direkt.
32: D16 direkt. Oder: 16, D8.
41: Single-1, D20.
100: T20, D20.
121: T20, T11, D14 oder T17, T14, D10.
170 (höchster möglicher Checkout): T20, T20, Bull.
Die vollständige Liste mit allen Restpunktzahlen von 2 bis 170 findest du in der Dart-Checkout-Tabelle – ein unverzichtbares Referenzwerkzeug, das du idealerweise auswendig lernst.
Warum die Aufnahme vor dem Finish entscheidend ist
Wenn du bei 72 stehst, könntest du T12, D18 anstreben – aber du könntest auch T20 werfen und auf 12 runterkommen, womit D6 das Finish wäre. Oder du wirst auf eine schlechte Zahl geworfen, die dir keine saubere Checkout-Route lässt.
Profi-Spieler planen bereits bei Werten um 140–160 aktiv, welche Restpunktzahl sie anstreben. Das nennt sich Setup-Wurf: du opferst möglicherweise Maximalpunkte, um auf eine bekannte, einfach ausgemachte Zahl zu kommen.
Typische angestrebte Restpunktzahlen vor dem Finish:
- 40: D20
- 32: D16
- 36: D18
- 16: D8
Wer seinen Wurfablauf noch optimieren möchte, findet im Ratgeber Dartpfeile richtig werfen die technischen Grundlagen.
Übungen für das Finishing
Checkout-Training ab 100: Starte jeden Leg nicht bei 501, sondern bei einer zufälligen Restpunktzahl zwischen 40 und 100. Das zwingt dich sofort in Finishing-Modus.
Aufsteigender Checkout-Drill: Starte bei Restpunktzahl 2 (D1) und arbeite dich bis 40 (D20) vor. Danach schwieriger: 41–80. Zähle, wie viele Aufnahmen du pro Abschnitt brauchst.
Pressure-Finish: Spiele 501, aber mit dieser Regel: Wenn du bei Restpunktzahl ≤ 60 bist, hast du nur zwei Aufnahmen, um auszumachen. Schaffst du es nicht, beginnt das Leg neu.
Checkout-Quiz (ohne Scheibe): Notiere zufällige Restpunktzahlen zwischen 2 und 170 und beantworte ohne Hilfsmittel die Frage: Wie machst du aus? Das trainiert das mentale Routing und macht die Tabelle überflüssig.
Für gutes Finishing brauchst du Pfeile, mit denen du unter Druck präzise werfen kannst – passende Optionen findest du im Steel-Dart-Vergleich.
Häufige Fehler beim Checkout
Restpunktzahl ignorieren: Viele Spieler schießen unverändert auf Triple-20, auch wenn das eine schlechte Checkout-Position erzeugt. Wer bei 79 auf T20 wirft und trifft, steht auf 19 – kein sauberes Doppel. Besser: T19 anstreben, dann Rest 2 = D1.
Setup-Würfe nicht kennen: Ohne Checkout-Wissen verpasst du Setup-Würfe und stehst auf umständlichen Restpunktzahlen.
Zu viel Druck aufbauen: Beim Checkout verändern viele Spieler unbewusst ihre Technik – sie werfen langsamer, zögern mehr. Der Wurf soll derselbe bleiben wie bei Triple-20.
