Die Regel klingt einfach, hat aber im Spielverlauf weitreichende taktische Konsequenzen: Im Standard-Dartsport endet ein Leg nicht einfach damit, dass du auf 0 kommst – der letzte Pfeil muss zwingend auf einem Doppelfeld landen. Diese Abschlussregel heißt Double-Out und ist die Grundlage für 501, 301 und die meisten Vereins- und Turnierformate.
Was bedeutet Double-Out?
Double-Out bedeutet: Das Leg gilt als gewonnen, sobald dein Punktestand durch einen Pfeil auf genau 0 gebracht wird – und dieser letzte Pfeil auf einem Doppelfeld landet. Trifft der Abschlusspfeil kein Doppelfeld oder geht der Score ins Negative, ist die Aufnahme ein Bust: alle Würfe der Aufnahme werden annulliert, dein Score kehrt auf den Ausgangswert zurück.
Die Double-Out-Regel macht das Finish zur anspruchsvollsten Phase des Legs. Scoring (Punkte machen) ist methodisch: Triple 20, Triple 19, Triple 18. Beim Checkout hingegen entscheidet taktisches Denken über Zielwahl und Vorbereitung. Profis kennen die wichtigsten Checkout-Wege auswendig – das spart wertvolle Entscheidungszeit.
Welche Felder gelten als Double?
Auf dem Dartboard gibt es genau 21 gültige Abschlussfelder für Double-Out:
- Double 1 bis Double 20: Die äußere schmale Ringzone des Boards. Ein Treffer auf D1 ergibt 2 Punkte, D2 ergibt 4 Punkte, und so weiter bis D20 = 40 Punkte.
- Double Bull (innerer Bull, Bullseye): Der innerste Kreis der Scheibe zählt 50 Punkte und gilt als Double Bull – er ist ein gültiger Abschluss. Der äußere Bull (25 Punkte) ist kein gültiger Abschluss beim Double-Out.
Wichtig: Triples, Singles und der äußere Bull (25) sind keine gültigen Abschlussfelder. Nur die Doppelringe D1–D20 sowie der innere Bull (50) beenden das Leg.
Eine Übersicht der gängigsten Abschlusswege findest du in der Dart-Checkout-Tabelle.
Double-Out in der Praxis: ein Leg beenden
Angenommen, du stehst bei 40 Punkten. Du zielst auf Double 20 (40 Punkte). Triffst du es: Leg gewonnen. Triffst du die einfache 20: 20 Punkte verbleiben, du kannst auf Double 10 zielen. Triffst du Triple 20 (60 Punkte): 40-60 = -20, Bust, Aufnahme annulliert.
Das Beispiel zeigt die Überlegung hinter einer guten Checkout-Strategie: Welches Doppelfeld wählst du, und was passiert, wenn du den Doppelring verfehlst? Ein Miss auf Double 20 trifft oft Single 20 (verbleiben 20) oder Single 5 (verbleiben 35, ungerade – schwieriger). Double 16 hingegen landet bei einem Miss häufig auf Single 16 (verbleiben 24) oder Single 8 (verbleiben 32) – beides führt zu weiteren erreichbaren Doppelfeldern.
Zahlen, bei denen kein Abschluss möglich ist
Nicht jede Restzahl erlaubt einen sofortigen Checkout. Es gibt zwei Kategorien von „unmöglichen” Abschlusszahlen:
Ungerade Zahlen: Da alle Doppelfelder gerade Zahlen ergeben (2, 4, 6 … 40, 50), kannst du auf einer ungeraden Restzahl nicht direkt abschließen. Du musst zuerst mit einem Pfeil eine gerade Zahl herstellen. Beispiel: Restzahl 27 → Single 3 → 24 → Double 12.
Die Zahl 1: Auf einem Restscore von 1 bist du buchstäblich gefangen. Das kleinste Doppelfeld ist Double 1 (= 2 Punkte). Du kannst kein Feld treffen, das genau 1 Punkt ergibt. Ein Restscore von 1 gilt deshalb als Bust-Zustand: Die Aufnahme, die dich auf 1 gebracht hat, wird annulliert.
Bestimmte hohe Zahlen: Einige Zahlen über 100 lassen sich rechnerisch nicht in einem Besuch (drei Pfeil) abschließen. Der höchste mögliche 3-Dart-Checkout ist 170 (Triple 20 + Triple 20 + Double Bull). Bestimmte Zahlen wie 169, 168, 166, 165, 163, 162 und 159 sind in drei Pfeilen nicht erreichbar – auch wenn sie unter 170 liegen. Das liegt daran, dass kein gültiges Doppelfeld existiert, das genau den Rest ergibt.
Varianten: Master-Out und Straight-Out
Double-Out ist die Standardregel, aber es gibt Varianten:
Straight-Out (Single-Out): Das Leg kann auf jedem Feld beendet werden – Single, Double, Triple, Bull oder Bullseye. Diese Regel vereinfacht das Finishing erheblich und wird in manchen Hobbyformaten gespielt. Sie reduziert den Checkout-Druck, nimmt aber auch einen großen Teil der taktischen Tiefe.
Master-Out: Das Leg endet auf einem Doppelfeld oder einem Triple-Feld. Damit gibt es mehr gültige Abschlussfelder als beim Double-Out. Triple 20 (60) wäre beispielsweise ein gültiger Abschluss bei einem Restscore von 60. Diese Variante ist seltener, aber in einigen Veranstaltungsformaten anzutreffen.
Für den Einstieg in den Dartsport und für alle Vereins- und Turnierformate ist Double-Out die relevante Regel. Wer mit einem Steel-Dart ins reguläre Spiel einsteigen will, sollte sie von Anfang an verinnerlichen.
