Wer beim Darts konsequent höher scored, aber keine Checkouts landet, verliert trotzdem. Cleveres Ausmachen ist deshalb eine eigenständige Fähigkeit – und eine, die sich durch Auswendiglernen und gezielte Strategie deutlich schneller verbessern lässt als das Scoring. Dieser Artikel erklärt, wie du Doppelfelder systematisch ansteuerst, hohe Checkouts vorbereitest und das Bust-Risiko reduzierst.
Was ist ein Checkout?
Ein Checkout (auch: Finish) bezeichnet den Abschluss eines Legs: Du bringst deinen Punktestand mit einem oder mehreren Pfeilen exakt auf 0, wobei der letzte Pfeil auf ein Doppelfeld oder den Double Bull (innerer Bull, 50 Punkte) trifft. Nur dieser Abschluss zählt – wer auf 0 kommt, ohne das letzte Feld als Doppel zu treffen, hat gebustet und kehrt zum Punktestand vor der Aufnahme zurück.
Der Begriff Checkout bezieht sich auf die gesamte letzte Aufnahme: Ein 3-Dart-Checkout (drei Pfeile zum Ausmachen) ist dabei häufiger als ein 1-Dart-Checkout (direktes Doppelfeld). Bei hohen Restzahlen sind zwei oder drei Pfeile nötig, um überhaupt in Doppelfeld-Reichweite zu kommen.
Die goldene Regel: gerade Endzahlen anstreben
Die wichtigste taktische Grundregel beim Checkout lautet: Versuche, immer auf einer geraden Restzahl zu bleiben. Der Grund ist einfach: Alle Doppelfelder (D1 bis D20 und Double Bull) ergeben gerade Zahlen. Wer auf einer geraden Restzahl steht, kann mit dem nächsten Pfeil auf ein Doppelfeld zielen. Wer auf einer ungeraden Zahl steht, muss zuerst mit einem einzelnen Feld auf eine gerade Zahl kommen – das kostet einen Pfeil und damit Flexibilität.
Ein Beispiel: Du hast 32 Punkte übrig. Du zielst auf Double 16. Verfehlst du das Doppel und triffst die einfache 16, hast du noch 16 Punkte – und kannst direkt auf Double 8 zielen. Hättest du dagegen 33 Punkte gehabt und die einfache 1 getroffen, wärst du bei 32 und trotzdem im Rennen. Die gerade Zahl gibt dir immer einen Plan B.
Klassische Checkout-Wege von 40 bis 100
Für die häufigsten Checkout-Zahlen bis 40 gibt es direkte Doppelfelder:
| Restzahl | Direktes Doppelfeld |
|---|---|
| 40 | Double 20 |
| 36 | Double 18 |
| 32 | Double 16 |
| 24 | Double 12 |
| 20 | Double 10 |
| 16 | Double 8 |
| 8 | Double 4 |
| 4 | Double 2 |
| 2 | Double 1 |
| 50 | Double Bull |
Für Zahlen zwischen 41 und 100 benötigst du mindestens zwei Pfeile. Beliebte Wege:
- 100: Triple 20 (60) + Double 20 (40)
- 96: Triple 20 (60) + Double 18 (36)
- 82: Bull (25) + Triple 19 (57) – oder kürzer: Triple 14 (42) + Double 20 (40)
- 60: Single 20 + Double 20 – oder Triple 20 allein zählt nicht als Checkout
Das vollständige Spektrum aller möglichen Abschlusswege findest du in der Checkout-Tabelle, die du am besten schrittweise auswendig lernst.
Checkouts ab 100: Vorbereitung ist alles
Bei Restzahlen über 100 hast du in den meisten Fällen drei Pfeile. Das bedeutet: Pfeil eins und Pfeil zwei sind keine Schuss-ins-Blaue, sondern gezielte Vorbereitung für ein erreichbares Doppelfeld mit Pfeil drei.
Einige wichtige Wege:
- 170 (Maximum): Triple 20 + Triple 20 + Double Bull
- 167: Triple 20 + Triple 19 + Double Bull
- 164: Triple 20 + Triple 18 + Double Bull
- 130: Triple 20 + Triple 14 + Double 16 – oder Triple 20 + Single Bull + Double 20
- 121: Triple 20 + Triple 11 + Double 14 – oder Triple 17 + Triple 18 + Double 8
Wähle Wege, bei denen der dritte Pfeil auf ein Doppelfeld landet, das du sicher triffst. Für die meisten Spieler ist das Double 16 oder Double 20 – für andere Double 10 oder Double 8. Dein bevorzugtes Doppelfeld sollte auch beim Planen der Vorbereitungspfeile berücksichtigt werden.
Sicherheitsstrategie versus Maximalstrategie
In bestimmten Spielsituationen stehst du vor der Wahl: Riskierst du einen Hochrisiko-Checkout auf Double 20, oder steuerst du bewusst ein kleineres Doppelfeld an, um das Bust-Risiko zu minimieren?
Beispiel: Du hast 50 Punkte und drei Pfeile. Du könntest direkt auf Double Bull zielen (50 = Double Bull) – riskant, da ein Miss auf Outer Bull (25) dich auf einer Restzahl von 25 lässt, die ungerade und damit schwieriger ist. Alternativ: Single Bull (25) + D… nein, 25 ist ungerade. Besser: zielen auf D20 (40)? Das gibt 10 Rest. Single 10 + D5? Nicht ideal.
Die Entscheidung hängt vom Spielstand ab: Liegt das Leg auf dem Spiel und du führst, wähle den sicheren Weg. Musst du dringend ausscheiden, ist ein riskanterer Checkout vertretbar.
Eine gute Checkout-Strategie für Steel-Dart-Partien beginnt damit, die eigenen stärksten Doppelfelder zu kennen und Wege zu bevorzugen, die dorthin führen – unabhängig davon, was theoretisch optimal wäre.
