Bullseye treffen: Tipps für die Mitte

Aktualisiert: Marc Lesedauer ~ 4 Min. Enthält Werbung

Klassisches Sisal-Dartboard an einer Wand

Das Bullseye ist das ikonischste Feld auf der Dartscheibe – und gleichzeitig eines der anspruchsvollsten Ziele. Wer es regelmäßig trifft, hat nicht nur eine starke Checkout-Waffe in der Hand, sondern profitiert auch insgesamt von verbesserter Wurfkontrolle. Der Schlüssel liegt in der richtigen Technik, dem Verständnis des Felds und systematischem Training.

Bull und Double Bull – was ist der Unterschied?

Die Mitte der Dartscheibe besteht aus zwei konzentrischen Kreisen mit unterschiedlichen Punktwerten:

FeldDurchmesserPunkteBesonderheit
Bull (Outer Bull)31,8 mm25Kein Doppelfeld
Double Bull (Bullseye)12,7 mm50Gilt als Doppelfeld

Das Double Bull – der winzige rote Kreis in der absoluten Scheibenmitte – ist mit 50 Punkten das wertvolle Ziel. Es gilt als Doppelfeld und darf deshalb als Checkout-Feld genutzt werden. Das äußere Bull hingegen ist lediglich ein einfaches Feld mit 25 Punkten.

Die Höhe des Bulls beträgt nach offiziellen Regeln 1,73 m gemessen vom Boden bis zur Mitte – diese Maßgabe gilt für Steel- und Soft-Dart gleichermaßen. Wie du die Scheibe korrekt montierst, erklärt der Ratgeber Dartscheibe aufhängen: Höhe & Abstand.

Wann ist das Bullseye strategisch sinnvoll?

Im normalen Spielverlauf ist das Bull kein erstrangiges Scoring-Ziel – die Triple-20 bringt 60 Punkte statt 25. Das Bullseye wird in zwei Situationen strategisch interessant:

1. Im Checkout: Mit 50 Punkten ist das Double Bull das höchstwertige Doppelfeld auf der Scheibe. Bei einem Restwert von 50 ist es das einzig mögliche Finish. Bei 170 Punkten Rest lautet das theoretische Dreier-Checkout T20–T20–Double Bull – das höchstmögliche Dreier-Finish überhaupt. Alle Checkout-Wege findest du in der Dart-Checkout-Tabelle.

2. In Spielvarianten: Spiele wie Around the Clock oder Shanghai verlangen gezielt den Treffer auf das Bull als eigenes Segment. Hier ist geübtes Bull-Treffen direkt spielentscheidend.

Technik: So zielst du auf die Scheibenmitte

Das Bull liegt auf Schulterhöhe und erfordert eine leicht andere Justierung als das Triple-20-Feld oben an der Scheibe. Beachte folgende Punkte:

Körperhaltung: Einige Spieler lehnen sich minimal weiter nach vorne, wenn sie auf das Bull zielen, um die Flugkurve abzuflachen. Teste, ob das für deinen Wurfstil funktioniert – erzwinge es nicht.

Fixpunkt: Starre direkt auf den roten Mittelpunkt des Double Bulls, nicht auf die gesamte Scheibe. Dein Blick ist dein Zielanker – je konkreter, desto genauer landet der Pfeil.

Ellenbogenposition: Ein leicht erhöhter Ellenbogen führt die Pfeilbahn geradliniger auf die Mitte. Zu viel seitliche Armbewegung beim Wurf erzeugt Streuung nach links oder rechts.

Release: Ein sauberer, gleichmäßiger Release ohne seitlichen Drall ist auf dem kleinen Bull-Feld besonders wichtig, weil schon geringe Abweichungen am Handgelenk den Pfeil deutlich danebenbringen.

Übungen für bessere Bull-Trefferquoten

Übung 1 – Bull-Serie: Wirf zehn Aufnahmen lang je drei Pfeile auf das Bull. Zähle, wie oft du Bull oder Double Bull triffst. Notiere deine Quote und beobachte über Wochen, ob sie steigt.

Übung 2 – Around the Bull: Ziele zuerst auf das äußere Bull, dann auf das Double Bull, dann wieder auf das äußere Bull. Der Wechsel zwischen beiden Feldern schult die Feinjustierung innerhalb der Scheibenmitte.

Übung 3 – 20-Bull-Wechsel: Starte mit einer Aufnahme auf die 20 (oben), dann auf das Bull (Mitte), dann wieder auf die 20. Dieser Wechsel zwischen verschiedenen Scheibenregionen trainiert die schnelle Neuausrichtung des Blickwinkels.

Übung 4 – Drei in die Mitte: Wirf, bis du drei Bull-Treffer (äußeres oder inneres Bull) in einer einzigen Aufnahme hast. Zähle, wie viele Aufnahmen du dafür brauchst, und versuche diese Zahl von Einheit zu Einheit zu verringern.

Ausrüstung und ihr Einfluss auf die Mitte

Eine hochwertige Scheibe mit eng gewobenen Sisal-Fasern und schmalem Spider bietet ein präzises Zielbild auf dem Bull. Boards mit breiten Metalleinfassungen verkleinern effektiv die erreichbare Trefferfläche. Gute Sisal-Scheiben findest du im Vergleich klassischer Dartscheiben.

Auch Pfeile spielen eine Rolle: Kürzere Shafts mit kleineren Flights bringen Pfeile enger zusammen im Cluster – was beim Bull besonders wichtig ist, wenn mehrere Pfeile nacheinander auf denselben Punkt zielen. Breite Standard-Flights können beim zweiten und dritten Pfeil dazu führen, dass der erste Pfeil abgelenkt wird.

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