Ein Dartboard sieht von außen erstmal wie ein Dartboard aus – rund, schwarz-rot, mit Zahlen drumherum. Doch die Unterschiede zwischen einem Einsteiger-Board und einer Turnierscheibe liegen im Detail: im Spider, im Sisal und in der Bauweise der Segmente. Diese Details entscheiden darüber, wie viele Abpraller du kassierst, wie lange die Scheibe hält und ob sich das Spielgefühl nach einem echten Pub-Board anfühlt.
Der Spider: das Herzstück des Boards
Als Spider bezeichnet man das Drahtgeflecht, das die einzelnen Segmente der Scheibe voneinander trennt. Er bestimmt nicht nur die visuelle Struktur, sondern hat direkten Einfluss auf die Spielqualität.
Drahtdicke und -profil: Je dünner der Draht, desto kleiner die Fläche, auf die Pfeile aufprallen und abspringen können. Einfache Boards haben oft dicke, runde Drähte. Bessere Boards verwenden dreieckige oder speziell geformte Profile, die einen eintreffenden Pfeil eher ins Segment lenken, statt ihn abzuprallen. Der Unterschied ist spürbar – wer einmal auf einem hochwertigen Board gespielt hat, möchte nicht mehr zurück.
Staple-free vs. mit Klammern: Ältere und günstigere Boards wurden mit kleinen Metallklammern (Staples) montiert, mit denen der Spider ins Sisal getrieben wurde. An diesen Stellen entstehen harte Punkte, die Abpraller produzieren. Moderne Staple-free Spiders werden ohne Klammern gefertigt und bieten eine gleichmäßigere, weichere Oberfläche. Du erkennst sie an der glatten Unterseite des Spiderdrahts ohne sichtbare Clips. Boards nach BDO/WDF-Turnierstandard sind grundsätzlich staple-free.
Sisal-Qualität: Dichte und Rückstellvermögen
Das Spielfeld eines Steel-Dart-Boards besteht aus gepressten Sisal-Fasern – einem Naturmaterial aus der Agave-Pflanze. Die Qualität des Sisals entscheidet über die Lebensdauer der Scheibe:
- Dicht gepresstes Sisal schließt sich nach dem Herausziehen des Pfeils nahezu vollständig wieder. So entsteht kein dauerhaftes Loch, selbst bei intensivem Spielbetrieb.
- Locker gepresstes Sisal zeigt nach einiger Zeit deutliche Einstichnarben – besonders im Triple-20 und Single-20, die bei den meisten Spielern am häufigsten getroffen werden.
Ein gutes Sisal-Board hat eine gleichmäßige, leicht raue Oberfläche ohne Hohlstellen oder Wülste. Günstige Boards erkennt man manchmal an ungleichmäßiger Sisal-Färbung oder einem schwammigen Gefühl beim Einstechen – beides sind Hinweise auf geringere Dichte.
Segmentgröße und Feldeinteilung nach Standard
Alle Turnierboards folgen den BDO/WDF-Standards: Der Spielfeld-Durchmesser beträgt 451 mm, das Bull (Bullseye) ist 12,7 mm im Durchmesser und zählt 50 Punkte, der Bull Outer (grüner Ring) 31,8 mm und zählt 25 Punkte. Triple-20 liegt immer oben außen, der Zahlenring umschließt das gesamte Spielfeld.
Diese Standardmaße sind bei allen ordentlich gefertigten Sisal-Boards identisch. Unterschiede zeigen sich bei:
- Breite der Doppel- und Triple-Ringe: Qualitäts-Boards halten diese exakt auf Normmaß. Günstige Boards können geringfügig abweichen, was das Treffgefühl verändert.
- Gleichmäßigkeit der Sisal-Füllung: Beim Betrachten aus der Nähe erkennst du, ob das Sisal bündig mit dem Spider abschließt oder ob Lücken und Unebenheiten vorhanden sind.
Der Zahlenring: drehbar für längere Lebensdauer
Der äußere Ring mit den Zahlen 1–20 ist bei guten Boards drehbar. Das ist kein Gimmick, sondern praktisch sinnvoll: Da die meisten Pfeile auf die obere Hälfte des Boards zielen (20, 19, 5, 1, 12), nutzen sich diese Bereiche schneller ab als die unteren Segmente.
Wenn du den Zahlenring regelmäßig um eine oder zwei Positionen rotierst, verlagert sich die Belastung auf frische Sisal-Flächen – die Lebensdauer steigt deutlich. Einen drehbaren Zahlenring erkennst du am Klappmechanismus auf der Rückseite oder daran, dass sich der Ring per Hand leicht verdrehen lässt. Nicht alle Boards, auch manche im mittleren Preissegment, bieten dieses Feature.
Aufhängung, Rückwand und Gewicht als Qualitätsindiz
Hinter dem Spielfeld befindet sich eine Pressholz- oder Kunststoffplatte, in die das Sisal eingepresst ist. Qualitäts-Boards sind spürbar schwerer als günstige – das Gewicht ist ein gutes erstes Indiz für die verbaute Sisal-Menge.
Die Aufhängung (Haken oder Bracket) sollte das Board plan und stabil an der Wand halten. Ein leicht kippendes Board führt zu unpräzisen Würfen, weil die Wurfwinkel nicht mehr stimmig sind. Empfehlenswert ist außerdem ein Surround-Ring, der Abpraller auffängt und die Wand vor Beschädigungen schützt – passende Modelle findest du im Vergleich der Dartscheiben-Schutzringe.
Eine aktuelle Übersicht von Sisal-Boards in verschiedenen Qualitätsstufen bietet der Vergleich klassischer Dartscheiben.
