Dart-Punkte zählen: so funktioniert es

Aktualisiert: Marc Lesedauer ~ 4 Min. Enthält Werbung

Klassisches Sisal-Dartboard an einer Wand

Bevor du dein erstes Spiel Darts spielst, musst du eines können: Punkte zählen. Die Grundregeln sind schnell erklärt, aber gerade Anfänger stolpern oft über Double- und Triple-Felder, die Bedeutung des Bulls oder die Frage, wie in 501 korrekt abgerechnet wird. Dieser Artikel erklärt alles Schritt für Schritt – ohne unnötige Fachbegriffe.

Das Dartboard und seine Segmente

Ein reguläres Dartboard ist kreisförmig und hat 20 nummerierte Segmente, die wie Kuchenstücke angeordnet sind. Die Segmente sind mit den Zahlen 1 bis 20 beschriftet – allerdings nicht in aufsteigender Reihenfolge. Die Anordnung im Uhrzeigersinn von oben lautet: 20, 1, 18, 4, 13, 6, 10, 15, 2, 17, 3, 19, 7, 16, 8, 11, 14, 9, 12, 5. Diese scheinbar zufällige Anordnung ist kein Zufall: Sie sorgt dafür, dass hohe Zahlen neben niedrigen liegen, was ungenaues Werfen stärker bestraft.

Jedes Segment erstreckt sich von der Mitte des Boards bis zum äußeren Rand und ist in mehrere Zonen aufgeteilt. Welche Zone du triffst, bestimmt deinen Punktwert.

Beim Kauf einer klassischen Dartscheibe lohnt es sich, auf eine gute Sisal-Qualität zu achten – auf einem hochwertigen Board sind die Segmentgrenzen klar abgegrenzt und leicht zu erkennen.

Double und Triple: wie sie sich berechnen

Innerhalb jedes Segments gibt es zwei schmale Ringe:

Double-Ring (äußerer schmaler Ring): Liegt am äußeren Rand des Boards. Ein Treffer in diesem Ring verdoppelt den Segmentwert. Beispiel: Doppel-Ring im Segment 20 = 40 Punkte. Doppel-Ring im Segment 5 = 10 Punkte. Der Double-Ring ist außerdem das Abschlussfeld beim Standard-Spielmodus Double-Out.

Triple-Ring (innerer schmaler Ring): Liegt ungefähr in der Mitte jedes Segments. Ein Treffer in diesem Ring verdreifacht den Segmentwert. Beispiel: Triple-Ring im Segment 20 = 60 Punkte. Das ist der höchstmögliche Punktwert mit einem einzigen Pfeil auf dem Standard-Board. Triple 19 ergibt 57 Punkte, Triple 18 ergibt 54 Punkte.

Der Bereich zwischen Double- und Triple-Ring sowie der Bereich zwischen Triple-Ring und Bullseye-Bereich zählen als einfaches Segment – du erhältst den aufgedruckten Wert einmal.

TrefferBerechnungBeispiel Segment 20
Einfach (Single)Segmentwert × 120 Punkte
DoubleSegmentwert × 240 Punkte
TripleSegmentwert × 360 Punkte

Bull und Bullseye: die Mitte der Scheibe

Im Zentrum des Boards befinden sich zwei konzentrische Kreise:

Outer Bull (äußerer Bull): Der größere innere Kreis. Er zählt 25 Punkte. Der Outer Bull ist kein gültiges Abschlussfeld beim Double-Out – er gilt als Single.

Inner Bull (Bullseye): Der kleinste Kreis in der absoluten Mitte. Er zählt 50 Punkte und gilt als Double Bull – er ist somit ein gültiges Abschlussfeld beim Standard-Double-Out-Modus. Mit Bullseye wird ein Leg beispielsweise bei einem Restscore von 50 beendet.

Eine häufige Verwechslung: Viele Anfänger denken, der gesamte Bull-Bereich würde 50 Punkte geben. Das stimmt nur für den inneren Kreis (Bullseye). Der größere äußere Kreis gibt nur 25 Punkte.

So wird in 501 und 301 gezählt

Die beiden häufigsten Spielmodi sind 501 und 301. Beide funktionieren nach demselben Grundprinzip:

  1. Jeder Spieler startet mit der Startpunktzahl (501 oder 301).
  2. Jeder Pfeil, der eine gültige Zone trifft, zieht Punkte vom aktuellen Punktestand ab.
  3. Ziel ist es, den Punktestand auf genau 0 zu bringen.
  4. Der letzte Pfeil muss auf einem Doppelfeld oder dem Double Bull landen (Double-Out).

Beispiel-Aufnahme in 501: Du hast 501 Punkte. Erste Aufnahme: Triple 20 (60) + Triple 20 (60) + Triple 20 (60) = 180 Punkte abgezogen. Neuer Stand: 321. Du zählst also rückwärts, bis du den Restscore auf ein ausschließbares Doppelfeld bringst.

Der Unterschied zwischen 501 und 301 liegt nur in der Startpunktzahl. Bei 501 dauert ein Leg typischerweise länger als bei 301. Für Turnierformate wird fast ausschließlich 501 gespielt.

Aufgepasst: Wer mit einem Pfeil über 0 hinausschießt, einen Restscore von 1 erzielt oder auf 0 kommt, ohne ein Doppelfeld getroffen zu haben, hat gebustet. Die Aufnahme wird annulliert, der Punktestand springt auf den Wert vor der Aufnahme zurück.

Hilfsmittel beim Zählen

Das Kopfrechnen im Spielfluss ist für Anfänger oft eine Herausforderung – vor allem wenn Triples und hohe Ausgangsscores zusammenkommen. Zum Glück gibt es Hilfsmittel:

Strichliste oder Kreide-Scoreboard: Die klassischste Methode. Du notierst die Scores beider Spieler und rechnest manuell. Das ist auch in Kneipen und Vereinen die übliche Methode und schult gleichzeitig das Kopfrechnen.

Smartphone-Apps: Es gibt zahlreiche kostenlose Dart-Score-Apps, die Punkte automatisch abziehen, Checkout-Hinweise geben und sogar Statistiken aufzeichnen. Besonders für den Einstieg hilfreich, da du dich ganz auf das Werfen konzentrieren kannst.

Elektronische Dartscheiben: Bei elektronischen Dartscheiben übernimmt das Board das Zählen automatisch. Jeder Treffer wird registriert und sofort vom Punktestand abgezogen.

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